Sep 21, 2016 - Impulse    Kommentare deaktiviert für Wird dir deine Bibel zum Segen?

Wird dir deine Bibel zum Segen?

In der aktuellen Bibelstudienreihe unserer Gemeinde behandeln wir seit inzwischen über einem Jahr die Apostelgeschichte. Heute studierten wir die Passage Apg 17,10-15, wo es u.a. heißt:

Die Brüder aber sandten sogleich in der Nacht sowohl Paulus als auch Silas nach Beröa; die gingen, als sie angekommen waren, in die Synagoge der Juden. Diese aber waren edler als die in Thessalonich; sie nahmen mit aller Bereitwilligkeit das Wort auf und untersuchten täglich die Schriften, ob dies sich so verhielte. (Apg 17,10-11)

In einem sehr erbaulichen Stil beschreibt ein alter schon längst verstorbener Pfarrer, dass der Gebrauch der Bibel uns wirklich zum Segen werden kann, wenn wir dem Beispiel der Beröer folgen.

Wenn wir jene Zuhörer des Paulus in Beröa in ihrem Schriftgebrauch beobachten und damit vergleichen, wie heute viele Christen ihre Bibel zur Hand nehmen, so fällt uns ein Unterschied auf, der uns mit tiefer Wehmut erfüllt. Wir meinen diesen: Den Zuhörern des Paulus in Beröa war es eine selbstverständliche Sache, dass die Schrift ausschlaggebend sei, weil Gott in ihr seinen heiligen Willen kundgetan und sich darin geoffenbart hatte. Leider können wir diesen richtigen Standpunkt jener Leute heutigen Tages nicht bei jedem Christen voraussetzen. Das Schlangengift einer hochmütigen Kritik hat viele verdorben. Statt diesem Worte Gottes untertan zu sein, stellen viele ihre eigene Vernunft und Meinung über dasselbe.

Über diesen Hochmut und Mangel an Gottesfurcht gilt es Buße zu tun, wenn das Wort Gottes seine ganze Segenskraft bei uns entfalten soll. Die Leute zu Beröa kamen mit ihrer kindlichen und demütigen Stellung zur Bibel unendlich weiser in göttlicher Erkenntnis, als viele Weise nach dem Fleisch (1. Korinther 1,26), denen dies fehlt. Es ist besser, mit dem Psalmisten nach Luthers Übersetzung zu flehen: „Lass deinen Knecht dein Gebot festiglich für dein Wort halten, dass ich dich fürchte“ (Psalm 119,31), statt dem Versucher unser Ohr zu leihen, wenn er seine Zweifelsfrage „Sollte Gott gesagt haben?“ in unser Herz werfen will.

Wollen wir die Gotteskraft, die im Worte liegt, am eigenen Herzen erfahren, so müssen wir auch um die Stellung zur Bibel beten, die nach Gottes Willen die richtige ist.

– Alfred Christlieb
in Der Apostel Paulus

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