Jun 5, 2014 - Allgemein    1 Kommentar

Wichtige und weniger wichtige Lehren

Notenpult

Gott hatte eine gute Idee, als er an die Gründung christlicher Gemeinden dachte. Sein Plan war es global zu agieren und an vielen Orten viele lokale Gemeinden ins Leben zu rufen. Jede Gemeinde hat dabei ihre ganz eigene Ausprägung. An kirchlicher Vielfalt mangelt es uns keineswegs. Manchmal sind die Unterschiede zwischen den jeweiligen Gemeinden nur sehr gering. Manchmal handelt es sich auch nur um gewisse Ausdrucksformen und Stilfragen, die eine Gemeinde von einer anderen Gemeinde unterscheidet. Doch machen die Unterschiede nicht vor Stilfragen halt, sondern zeigen sich auch in inhaltlichen Angelegenheiten. Vor einigen Monaten habe ich mich mit dem Thema beschäftigt, welche biblischen Inhalte wirklich wichtig sind und ob es Bereiche in der Theologie und dem christlichen Glauben gibt, die einen gewissen Spielraum zulassen. In der Beschäftigung bin ich auf einen interessanten und kurzen Artikel vom christlichen Dienst 9Marks gestoßen. Ich habe diesen Text kurzerhand aus dem Englischen übersetzt und möchte ihn mit euch teilen.

Wie können wir bestimmen, welche Lehren wichtiger und welche weniger wichtig sind?

Die Antwort auf diese Frage hängt davon ab, wie eng eine Lehre mit dem Evangelium verbunden ist und welche praktischen Auswirkungen es im Zusammenhang auf das christliche Leben hat.

  1. Lehren wie die Dreieinigkeit, die völlige Gottheit und Menschheit Christi, Rechtfertigung durch Glauben allein und die Autorität der Heiligen Schrift sind alle eng mit dem Evangelium verbunden. Ohne sie verlieren wir entweder wichtige Aspekte des Evangeliums oder das Evangelium selbst. Solche Lehren sind daher von größter Bedeutung. Meinungsverschiedenheiten trennen an dieser Stelle die Kirche von der Nicht-Kirche.
  2. Lehren wie die richtige Handhabung der Taufe und der biblischen Gestalt der Kirchenverfassung sind weniger eng mit dem Evangelium an sich verbunden, und daher weniger zentral für den Glauben. Dennoch sind solche Lehren nicht völlig unabhängig/beziehungslos von dem Evangelium. Zum Beispiel ist die Taufe ein Bild des Evangeliums und definiert die Mitgliedschaft in der Kirche, das Volk des Evangeliums. Andere theologische Fragen, wie unser Verständnis der Rollen von Männern und Frauen in der Ehe und der Kirche, haben große praktische Bedeutung und sind daher sehr wichtig, auch wenn sie nicht direkt mit dem Evangelium in Beziehung stehen. Meinungsverschiedenheiten können hier eine Kirche von einer anderen trennen, wie die Unterschiede zwischen Baptisten und Presbyterianer. Solche Unterschiede müssen jedoch nicht dazu führen, dass man sich nicht mehr als Mitchristen anerkennt.
  3. Einige Lehren, wie die Bedeutung des Tausendjährigen Reichs in Offenbarung 20 sind weit vom Evangelium entfernt und haben wenig praktische Auswirkungen auf das christliche Leben. Damit wird nicht gesagt, dass solche Lehren völlig ohne Bedeutung wären, aber Meinungsverschiedenheiten können an dieser Stelle weiterhin die enge Zusammenarbeit zwischen Christen erlauben, nämlich durch eine gemeinsame Mitgliedschaft in einer lokalen Kirchengemeinde.

Hier gelangst du zum Originalartikel “How do we determine which doctrines are more important and which are less important?”.

Damit ist selbstverständlich noch längst nicht alles gesagt. Aber den ein oder anderen Aspekt sollten wir uns wieder in Erinnerung rufen, gerade weil die Diskussionen zwischen Kirchen und Gemeinden in den letzten Jahren immer kontroverser wurden und dies auch weiter zunehmen wird.

Soli Deo Gloria,
Pastor Waldemar

Bildquelle: Agatha Villa

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1 Kommentar

  • Klasse Artkel!

    Ich stelle mir das immer als konzentrische Kreise vor. Wobei das Evangelium der innerste Kreis ist. Ich kann bei meinem Nächsten über die Unterschiede in den Lehrpunkten hinwegsehen und ihn al Christ achten und lieben. Bei Unterschieden im innersten Kreis aber, beim Evangelium und den genau daran angeschlossenen Lehren, hörts aber auf. Wenn es anders gelehrt wird, wird es auch anders erlebt. Und da bin ich schon sehr vorsichtig damit solche Leute als Christen anzuerkennen.