Jan 23, 2013 - Allgemein    2 Kommentare

Wenn dich deine Gedanken umbringen

Suizid

Selbstmord, das ist doch ein absolutes Randthema! Das denke ich oft, muss ich gestehen. Doch nun las ich Erschreckendes von einer wissenschaftlichen Studie der US-Universität Harvard (Cambridge).

Für die Studie wurden 6.483 Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren befragt. 9% der Jungen und 15% der Mädchen hatten schon einmal über eine längere Zeit Gedanken an Selbsttötung gehegt. 5% der Mädchen und 3% der Jungen hatten einen Versuch geplant oder durchgeführt.

— idea Spektrum, Nr. 3 (2013)

Jede Prozentzahl ist ein Prozent zu viel meiner Meinung nach! Warum? Hat uns Gott etwa das Leben gegeben, dass wir es uns anschließend einfach wieder nehmen? Nein, ich denke nicht. Jesus Christus sagt an zwei Stellen folgende bekannte Worte:

Joh 11,25) Ich bin die Auferstehung und das Leben! Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.

Joh 14,19) Weil ich lebe, werdet auch ihr leben!

Jesus hatte zu seiner Zeit einen gewaltigen Auftrag. (Wenn dich interessiert, wie dieser Auftrag genau aussah, dann kann ich dir wirklich empfehlen das auf www.JesusChristus.de einmal nachzuvollziehen!) Das Ziel seines Auftrags wird in den oben zitierten Versen aus dem Johannesevangelium sehr deutlich. Es geht darum uns Menschen ein Leben zu ermöglichen, das sogar die Grenzen des Todes sprengt! Ein Leben, das ewig anhält und nicht aufhört.
Und dennoch gibt es allem Anschein nach sehr viele Menschen, die ihr Leben lieber vorzeitig beenden möchten. Die Gründe dafür können so unterschiedlich sein, wie die Menschen selbst. Doch haben alle Betroffenen eine Sache gemeinsam: Selbstmord beginnt mit unseren Gedanken.

Eine Lüge muss nicht wahr sein, um dich zu zerstören. Sie muss einfach nur geglaubt werden.

— Mark Driscoll

Wir sollten  jedoch nicht all‘ den Lügen um uns herum unsere Aufmerksamkeit überlassen. Denn wenn wir unsere Gedanken mit Lügen besiedeln, dann dauert es nicht lang, bis wir in einen Teufelskreis aus verrückten Gedanken geraten, die uns im wahrsten Sinne des Worte zerstören und letztlich sogar umbringen können. Stattdessen sollten wir unseren Geist und unser Denken gott-gemäß erneuern und verändern lassen (Eph 4,23)! Denn Gottes Gedanken uns gegenüber sind eindeutig:

Jer 29,11) Denn ich weiß ja, was ich über euch denke, spricht der HERR. Ich habe Gedanken des Friedens und nicht des Unheils. Ich werde euch Zukunft schenken und Hoffnung geben.

Darum ist die Nachricht von Jesus eine so gute Nachricht! Auch wenn du verzweifelt bist und gefühlt das ganze Universum gegen dich sein sollte, Gottes Liebe wird dir in der Person Jesus Christus regelrecht vor Augen gemalt. Nur im Glauben an Jesus sind die Friedensgedanken Gottes und die unendliche Hoffnung zu ergreifen.

Es ist nicht nötig, dass wir vorgeben, besser zu sein, als wir tatsächlich sind. Die gute Nachricht ist, dass Gott Sünder liebt — Menschen mit einem schlechten Charakter. Seine Liebe reicht sogar zu denen, die sich selbst als totale Versager sehen und sich selbst für das hassen, was sie sind und was sie getan haben. Weil die Bibel die gute Nachricht von einem Gott verkündet, der wirkliche Sünder liebt, können wir unsere Masken und Selbsttäuschungen fallen lassen und ehrlich mit uns selbst vor Gott werden. Diese Entdeckung ist für jede von der Sünde versklavte Seele geistliches Dynamit.

— John Benton

Und wenn dich aufgrund deiner Selbstmordgedanken verwerfliche Schuldgefühle packen und dich hindern (auch mit diesen Dingen) zu Gott zu kommen, sei dir gesagt:

Wenn Gott diejenigen liebt, die nur mit „total verdorben“ umschrieben werden können, dann muss kein Sünder ohne Hoffnung bleiben, dann kann keiner „zu böse“ sein, um errettet zu werden.

— John Benton

Kommt einfach zu Jesus, ihr alle, die ihr euch plagt und von eurer Last fast erdrückt werdet; er wird sie euch abnehmen! (Mt 11,28)

Soli Deo Gloria,
wju

Bildquelle: Matt Gruber

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2 Kommentare

  • Ein guter Artikel, allerdings denke ich, das Leben über bloße Existenz hinausgeht. Wenn uns aber durch ein Unglück oder Schicksalsschlag, der Inhalt unseres Lebens geraubt wird und es für uns nicht mehr leben sondern nur noch existieren ist, glaubst du nicht, das Gott dann eine Selbsttötung gutheißen würde?
    Einige gehen vielleicht auch mit einer Heilsversprechung in den Freitod, mit der Erwartung, das es im Jenseits angenehmer ist. Sie kehren gewissermaßen heim zum Vater, weil sie ihr Leben verloren haben, wie der verloren Sohn, der auch alles verlor, in Erwartung einer herzlichen Aufnahme aufgrund der allgegenwärtigen und immerwährenden Liebe.

    Mit freundlichen Grüßen
    Philip

  • @Philip: Die Existenz kann wieder neu zum Leben finden, auch wenn das momentan als unmöglich empfunden wird. Eine schwere Zeit kann Teil eines Reifungs- und Wachstumsprozesses sein, der das Leben hinterher umso kostbarer und lebenswerter erscheinen lässt.

    Ein extremes Beispiel: Hiob hat in praktisch jedem Bereich seines Lebens sehr viel verloren. Reichtum, Knechte, alle Kinder, seine Gesundheit, sein Ansehen in der Gesellschaft und im eigenen Haus. Seine besten Freunde sagten ihm (zu unrecht!), er hätte es verdient, und Gott wäre noch gnädig mit ihm umgegangen. Auch seine Gottesbeziehung wurde schwer erschüttert. Hiob hat sich den Tod gewünscht. Und doch hat all das schließlich zu einer viel, viel tieferen Gotteserkenntnis geführt, und zu einem Buch der Bibel, aus dem wir noch tausende von Jahren später Trost und Hoffnung schöpfen dürfen.

    Ich führe Hiob nicht an, um ein Leiden klein zu machen. Jedes Leiden ist einzigartig, so wie jedes Leben einzigartig und wertvoll ist. Ich weiß nicht, was einen bestimmten Menschen in die Situation geführt hat, dass er über Selbstmord nachdenkt. Ist es die allgmeine Hoffnungslosigkeit unserer Zeit? Depression? Ein Verlust, einer Freundschaft, einer Liebe, einer Sicherheit, einer Überzeugung? PTBS?

    Ein Rat, einfach so ausgesprochen, ohne die Situation wirklich zu kennen, ist meistens nur geraten. Es gibt keine einfachen Rezepte, wie alles auf einen Schlag wieder besser wird. „Kommt einfach zu Jesus“ ist vielleicht nur ein Anfang. Auch Hiobs Freunde haben gesagt: „Ich (an deiner Stelle) würde Gott suchen.“ Hiob war ihnen weit voraus, denn er war schon dabei, an eben dieser Suche zu verzweifeln. Oftmals sind auch ganz andere Bereiche des Lebens betroffen.

    Ich weiß nicht, ob die Gottesbegegnung Hiob dann endlich von allem seelischen Schmerz befreit hat. Ich vermute eher, dass es ein Durchbruch war, ein Wendpunkt, ohne dass ihn die Trauer um seine Kinder schon verlassen hätte. Und doch fand Hiob wieder zu einem erfüllten Leben. Und trotz des Schmerzes um den Verlust seiner Kinder fand er wieder den Mut, Kinder zu zeugen und groß zu ziehen.