Dez 6, 2013 - Allgemein    Kommentare deaktiviert für Warum leere Hände leer bleiben

Warum leere Hände leer bleiben

Leere Hände

Meine tägliche Bibellese hat mich heute auf ein Wort aus dem Jakobusbrief geführt, worüber ich sehr dankbar bin. Ich bete, dass dieser Artikel dir zum Segen dient.

Regelmäßig habe ich mit Menschen zu tun, die ungestillte und unerhörte Sehnsüchte mit sich herumtragen. Die vorherrschenden Wünsche können ganz unterschiedlich sein, manchmal sind sie für die betroffene Person noch nicht einmal greifbar und in Worte zu fassen. Das ist aber manchmal gar nicht so schlimm. Wenn wir uns dem allmächtigen Gott im Gebet widmen, wird er wissen was wir genau brauchen. Er weiß es wirklich besser als wir. Denn mein Gott Jesus Christus sagt:

Mt 6,8) Denn euer Vater weiß, was ihr benötigt, ehe ihr ihn bittet.

Doch oftmals ändert sich nichts an der Situation des/der Betroffenen, selbst wenn gebetet wird. Ja, wir bitten ohne zu bekommen, wir fragen und bleiben ohne Antwort, wir suchen ohne zu finden und strecken uns aus und erreichen letztlich doch nichts. Darum möchte ich anhand des Jakobusbriefes der Frage nachgehen, warum leere Hände manchmal leer bleiben.

Lies zuerst aus Gottes Wort folgende weise Worte:

Jak 1,5) Wenn aber jemand von euch Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der allen willig gibt und keine Vorwürfe macht, und sie wird ihm gegeben werden. (6) Er bitte aber im Glauben, ohne irgend zu zweifeln; denn der Zweifler gleicht einer Meereswoge, die vom Wind bewegt und hin und her getrieben wird. (7) Denn jener Mensch denke nicht, dass er etwas von dem Herrn empfangen werde, (8) ist er doch ein doppelherziger Mann, unbeständig in allen seinen Wegen.

Auch wenn Jakobus hier ausdrücklich über das Empfangen von Weisheit spricht, so wird in diesen Versen vielmehr ein allgemeines Nehmen-Geben-Prinzip deutlich. Vers 7 macht mit den Worten etwas von dem Herrn empfangen klar, dass es sich um eine Art göttliche Gesetzmäßigkeit des Empfangens handelt.

Wenn du leere Hände hast und darunter leidest, dann wird dir sicherlich klar sein, dass deine Hände gefüllt werden müssen. Egal welches Verlangen in dir schlummert. Wenn dir klar ist, dass es Gott selbst ist, der deine tiefsten Sehnsüchte stillen kann, dann ist das schon einmal viel wert. Okay, wir halten fest: Leere Hände können nur von jemanden gefüllt werden, der sie auch füllen kann – Gott selbst!

Dabei steht unumstößlich fest, dass Gott dein Leben gerne segnen möchte. Er macht dir keine Vorwürfe, wenn du seine Nähe suchst! Es gibt nur diese eine bekannte Bedingung: Glaube! Das heißt: Vertraue hierin mit ganzem Herzen auf Gott, dass er dir seinen Segen schenkt. Obwohl oftmals das Gegenteil von sogar gläubigen Christen behauptet wird, sind Zweifel für einen Schüler Jesu völlig unangebracht. Erst recht, wenn man sich erst einmal bewusst gemacht hat, mit wem man es eigentlich hier zu tun hat.
Soweit so gut. Das ist für viele auch noch nichts Neues.

Ich bin davon überzeugt, dass diese Passage uns noch vielmehr mehr darüber sagen möchte, warum so manche leeren Hände auch leer bleiben. Es geht hier nicht einfach nur um flüchtige Zweifel während eines Gebets. Es geht noch weiter. Die Verse 7 und 8 graben eine Schicht tiefer und zeigen auf die Wurzel des ausbleibenden Segens: Die leeren Hände werden leer bleiben, weil „er ein doppelherziger Mann“ ist! Achte darauf, die Diagnose lautet doppelherzig! Wörtlich steht hier „von geteilter Seele sein“.

Mit anderen Worten wird hier gesagt, dass ein Empfangen des Segens Gottes ausbleibt, weil der betroffene Mensch zwei Herzen in sich trägt, seine Seele geteilt ist, ja, sein Innerstes zutiefst gespalten ist!

Diese innerliche Spaltung ist letztlich die Ursache unseres Mangels. Solange wir diese seelische Entzweiung nicht entlarven und hinter uns lassen, werden wir keine bleibende Veränderung und Erfahrung mit dem himmlischen Vater machen.
Jakobus ist aber noch nicht fertig. Er hat uns diesbezüglich noch mehr zu sagen.

Das Wort doppelherzig (δίψυχος) kommt tatsächlich nur 2x im Neuen Testament vor. Beide Male wird es von Jakobus verwendet. Im 4. Kapitel greift Jakobus erneut das Bitten-und-Empfangen-Thema auf:

Jak 4,2) Ihr habt nichts, weil ihr nicht bittet; (3) ihr bittet und empfangt nichts, weil ihr übel bittet…

Im Anschluss zählt Jakobus eine Reihe menschlicher Sünden auf, um nur wenige Sätze später abschließend zu fordern:

Jak 4,8) Naht euch Gott! Und er wird sich euch nahen. Säubert die Hände, ihr Sünder, und reinigt die Herzen, ihr Doppelherzigen!

In beiden Kapiteln begegnet uns dasselbe Thema. Gott möchte sich uns nahen und uns gerne segnen. Der Mensch soll sich ebenso Gott zuwenden, indem er vor Gott tritt und mit ihm redet und im Gebet bittet. Doch wenn unser Innerstes gespalten ist, werden unsere leeren Hände leer bleiben und es wird nichts passieren. Der zuletzt zitierte Vers zeigt uns einen Weg aus dieser Leere. Säubere deine (leeren) Hände und reinige dein (geteiltes) Herz.

Sicher, ein erhörtes Gebet benötigt Gottvertrauen bzw. Glaube. Doch wie wir erkannt haben, liegt die Wurzel tiefer vergraben. Sie ist zusammengesetzt aus fehlender Gottesfurcht und Demut, mangelndem Schuldbewusstsein und ausbleibender Umkehrbereichtschaft. Das ist ein Grund dafür warum leere Hände so oft leider leer bleiben. Die gute Nachricht ist, dass es nicht dabei bleiben muss:

Apg 3,19) So tut nun Buße und bekehrt euch, dass eure Sünden ausgetilgt werden. Dann werden Zeiten der Erfrischung kommen vom Angesicht des Herrn.

Lies nicht einfach schnell drüber weg. Bete zu Gott, dass er sein Licht der Wahrheit leuchten lässt und dir kompromisslose Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit schenkt. Dann werden deine leeren Hände nicht mehr leer sein, sondern erfüllt mit dem Reichtum, den Gott für alle bereit hält, die ihn lieben.

Soli Deo Gloria,
wju

Bildquelle: Emmanuel Carrizo

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