Okt 4, 2016 - Impulse    5 Kommentare

Tipps zum täglichen Kampf

faust

John Piper gibt in seinem Buch zum Thema Heiligung einfache, praktische sowie wertvolle Tipps für den täglichen Kampf gegen die Sünde.

Auf folgende Weise sollten wir den Kampf aufnehmen:

  • Meide alles, was unreine Gedanken hervorrufen kann.
  • Sage bewusst NEIN! (Am besten innerhalb von fünf Sekunden.)
  • Wende dich etwas Gutem zu. Denke zum Beispiel an den gekreuzigten Herrn.
  • Beschäftige dich so lange mit diesen guten Gedanken, bis die unreinen, negativen Gedanken verschwunden sind.
  • Konzentriere dich auf die kostbaren Segnungen, die Gott uns in Christus erworben hat.
  • Beschäftige dich mit etwas, das Gott ehrt.

Nehmen wir an, direkt vor mir würde ein Löwe aus dem Gebüsch auftauchen. Bliebe ich dann etwa untätig stehen? Nein, ich würde mich ganz sicher nicht auf den Boden legen und auf ein Wunder hoffen, sondern handeln. Dasselbe gilt, wenn tödliche Gedanken – und die Sünde ist tödlich – in mir aufkommen: Ich muss aktiv werden!

Eines Tages stellte ich fest, dass ich im Umgang mit der Sünde sehr leichtfertig war. Ich verhielt mich eher passiv, wie ein hilfloses Opfer. Fälschlicherweise dachte ich, dass ein Christ sehr spontan gegen die Sünde angehen sollte, aus einem inneren Affekt heraus. Ich dachte, wenn ich die Sünde bewusst und willentlich bekämpfe, dann würde ich dies bloß aus eigener Kraft tun, ohne innerlich von Gott verändert zu werden. Doch mit einer solchen Einstellung werden wir kaum bleibende Veränderungen erleben.

– John Piper
in „Heiligung im Alltag“ (S. 14f)

Bildquelle: freepik

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5 Kommentare

  • Ein Gottloser Mensch würde zu diesen Punkten sagen: Für diesen Kampf braucht man keine Gott.

    Er hätte recht, denn das ist psychologischer Blödsinn.

    Pipers Anleitung ist perfekt für Menschen unter dem alten Bund des Gesetzes und zeugt von wenig Verständnis vom Gnadenbund.

    Wenn dies das biblische Verständnis von Freiheit in Christus ist, wären wir wirklich erbärmliche Kreaturen. Kein Wunder denken die Gottlosen, dass das Christentum nur eine Religion neben vielen ist, bei der es am Ende darum geht: Streng dich an ein besserer Mensch zu werden.

    Piper gibt eine Anleitung für selbstgemachten Gehorsam, von mir gerne auch Heuchelei genannt (die Definition von Tun was man nicht will). Das Problem: Gott hat kein Interesse an solch einem Gehorsam. „Gehorsam von Herzen“; das ist es, worauf es ankommt.

    Seine Punkte fasse ich wie folgt zusammen: Verarsch dich selbst.

    Das sieht am Ende dann noch so christlich und heilig aus, verbirgt am Ende jedoch nur das, was im Herzen ist (Wünsche, Emotionen, Überzeugungen). Anstelle es ans Licht zu bringen wird hier einem geraten alles und jedem aus dem Weg zu gehen.

    Dies ist es, was wirkliche Veränderung behindert, weil man sich selbst belügt. Wir haben hier keine Wahl auf die Veränderung von Gott zu warten, was wirkliche Veränderung ist (eine von Herzen).

    Achja, für die Punkte brauchst auch keine Gnade. Ist ja alles selfmade möglich. Man muss ja nur „dies tun“ und „dies vermeiden“ und schon ist man am Ziel (vermeintlich).

    Jak 1,25 Wer aber in das vollkommene Gesetz der Freiheit hineingeschaut hat und dabei geblieben ist, indem er nicht ein vergesslicher Hörer, sondern ein Täter des Werkes ist, der wird in seinem Tun glückselig sein.

    Anders gesagt: lieber drei echte Früchte in unserem Leben als einen Haufen Christbaum-Schmuck!

    P.S jede Beschäftigung mit Vermeidung von Sünden führt zu Sünden. Das ist ja die Funktionsweise vom Gesetz.

    • Ich weiß nicht, ob es ihnen hilft den gesamten Abschnitt des Zitats in Pipers Buch zu lesen. Mich überkommt nämlich das Gefühl, dass sie ziemlich viel in diese wenigen Worte hineinlesen und extrem überbewerten.

      Sehr deutlich beginnt seine Botschaft mit der Gnadenbotschaft, wenn er bspw. festhält:
      „Die Grundlage für ein solches evangeliumsgemäßes Leben liegt darin, dass Jesu Werk am Kreuz nicht nur unsere Sünden auslöschte und uns durch Jesu Gerechtigkeit vor Gott rechtfertigt, sondern auch darin, dass Christus am Kreuz die Kraft zu unserer Heiligung freisetzte. Diese Kraft kann im Kampf gegen die Sünde erfahren werden.“

      Dass desweiteren seine obigen Tipps nichts im neuen Bund zu suchen hätten, kann ich – gelinde gesagt – nicht nachvollziehen. Sich von Versuchungen fernzuhalten, seine Gedanken vom Evangelium erneuern zu lassen, sich an Gottes Ehre und Heiligkeit (vom Wort und Geist Gottes) erinnern zu lassen, Christus im Herzen heilig zu halten, sind auch für die Apostel keine unbekannten Prinzipien gewesen.

      In dem Buchkapitel macht Piper sehr deutlich welche Wünsche, Emotionen, Überzeugungen in seinem Leben ans Licht gebracht werden mussten. Alles andere als Heuchelei, sondern Aufrichtigkeit – bitte das ganze Kapitel lesen, bevor so geschossen wird.
      Im Gegenzug interessiert mich woran sie KONKRET festmachen was einen „selbstgemachten Gehorsam“ von einem „Gehorsam von Herzen“ unterscheidet. Sie führen hier sehr große Konzepte auf ohne sie auch nur mit einem Wort anhand der Kontextes des Buchkapitels stichhaltig zu belegen.

      Jak 1,25 passt überdies perfekt in den Duktus des erwähnten Buchkapitels von Piper. Er beschreibt in dem obigen Zitat letztlich wie ein „Täter des Werkes“ u.a. vorgeht, welcher in Übereinsimmung mit dem „Gesetz der Freiheit“ lebt und eben nicht wie ein „vergesslichler Zuhörer“ tatenlos zusieht. Solche „Täter“ erleben, dass sie in ihrem „Tun glückselig“ sind. (Vgl. insb. Pipers Auslegung zu Phil 2,12f in dem Buchkapitel.)

      PS: Wenn wirklich das Nachdenken über die Vermeidung von Sünde so arg wäre, dann wären viele Passagen in den ntl. Briefen erst gar nicht überliefert.

    • Lieber Fred,
      zu Deinem Kommentar gibt es meiner Meinung nach nichts mehr dran rumzubasteln.
      Ich sehe auch, dass, wenn ich Sünde gegenüber steh und die von Pipers Spielregeln ( so kommt es mir vor wenn auch gutgemeint, so doch fleischlich ) folge , ich noch nicht die große Gabe der neuen Kreatur wahrgenommen habe.
      ER allein und nicht mehr ich bestimme.
      Es gibt nichts Schöneres in der Welt, als täglich Sein Leben in mir wahrzunehmen und mich immer und immer wieder zu verleugnen mit all meinen noch so gut gemeinten Ratschlägen, wenn sie auch noch so geistlich erscheinen.
      ER allein.
      Es ist so, als wie wenn es uns nicht mehr gibt und Jesus an unserer alten Stelle steht.
      Und obwohl wir noch oft fallen, bewirkt auch nur ER die Einsicht und Erkenntnis unserer Sünde in uns als neue Kreatur.Herrlich dieser HERR.
      Liebe Grüße

  • […] Tipps zum täglichen Kampf […]

  • Ich habe das Buch von Piper nicht gelesen, sondern lediglich die Konsequenzen der Zusammenfassung von Ihnen kommentiert. Ob es eingebettet im Kontext des Buches in eine andere Richtung geht, kann ich nicht bewerten. Sollte es das nicht, sollten solche Artikel nicht im Netz verfasst werden, denn sonst legt man dem Autor Dinge in den Mund, die er so nicht gemeint hat. Da ich jedoch Bücher von Piper kenne und auch gelesen habe, weiß ich wohin es im Groben hingeht:

    Die Gnadenbotschaft als Fundament um irgendwelche „Sünden“ zu bekämpfen (darunter versteht dann jeder natürlich etwas anderes) war die Parole der Irrleher in Galatien.

    Mit dem Punkt „seine Gedanken vom Evangelium erneuern zu lassen“ haben sie absolut recht. Dem Evangelium werden dann jedoch ganz gerne noch paar Sachen dran gehängt, die mit dem Evangelium nichts zu tun haben: Anstrengende Heiligkeit steht da ganz oben auf der Favouritenliste der Christen. Bei Piper ist es Evangelium + Kraft im Kampf gegen die Sünde“. Zu Glauben und Jesus zu vertrauen ist da einfach viel zu einfach. Wer möchte auch schon warten

    bis Gott das WOLLEN und das VOLLBRINGEN schenkt;
    bis Gott echte Veränderung von Innen heraus schenkt;
    bis Gott unsere Gedanken, Gefühle und Wünsche Schritt für Schritt verändert;

    Abkürzungen a lá Tipps von Piper sind da richtig beliebt. „Sage bewusst NEIN! (Am besten innerhalb von fünf Sekunden.)“ Echt jetzt?? Ich bin von den Amerikanern ja schon Sprüche wie „10 Schritte zu XXX“, „In nur 5 Steps zum XXX“ oder „Mit diesen 3 einfachen Regeln zu XXX“ gewohnt, doch „innerhalb von 5 Sekunden“ ist echt erfrischend.

    Selbstgemachter Gehorsam ist einfach definiert: „Etwas tun, was man nicht von Herzen möchte.“
    Wir sind nicht dazu berufen Heuchler um Jesu Willen zu sein.

    Im zitierten Jakobus Kapitel geht es bereits im Vers 22 um „Täter des Wortes“ und nicht „Halter von Geboten“. Es geht um den Gegensatz zum „Hörer des Wortes“, der einfach nur eine Information zur Kenntnis nimmt. Weiter geht es um „im Spiegel betrachten“, also um die Person, die man in Christus IST. Und egal was man tut oder nicht tut, man bleibt weiterhin die Person im Spiegel die man in Christus ist und daran sollte man sich erinnern. Es geht um die „Beschaffenheit“. Steht ja auch so im Vers 24 und genau das meint Jakobus mit „Täter des Werkes“, nämlich indem man nicht VERGISST, wer man in Christus ist. Ein Höhrer hört das nur als Information, ein Täter des Wortes hört und vergisst nicht! (siehe Vers 25).

    1. „Hörer des Wortes“
    2. „Täter des Wortes“
    3. „Täter des Werkes“

    Nach dieser Abfolge folgt dann „glückseliges Tun! Nur wer sagen kann „seine Gebote sind nicht schwer“ ist glückselig im Tun.

    Ich möchte die Kommentarfunktion ihres Blogs für das Nutzen wofür sie gedacht ist: „Kommentare“.
    Diskussionen und tiefere Behandlung von Themen sind hier eher fehl am Platz.