Jul 23, 2014 - Allgemein    Kommentare deaktiviert für Taugt Jesus nur als Alltagsheld?

Taugt Jesus nur als Alltagsheld?

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Jesus war ein außergewöhnlicher und bewundernswerter Mann. Niemand bezweifelte das zu seiner Zeit. Seine Reden und seine Taten haben auch bis heute großartige Auswirkungen. Seine moralische Haltung hat seit jeher Vorbildcharakter für Millionen von Menschen. Sogar Religionen und Glaubensrichtungen, die so rein gar nichts mit dem Christentum zu tun haben, können diesen bewundernswerten Mann nicht ignorieren.

Letzte Woche war ich mit einigen Freunden in unserer Innenstadt unterwegs. Wir haben viele Menschen zu unseren Gottesdiensten eingeladen und wollten ihnen von Gottes guter Nachricht erzählen. Als ich durch die Straßen schlenderte, haben sich zwar nur wenige, dafür aber sehr interessante und freundliche Gespräche ergeben. Ich traf auf eine junge Frau mit Kinderwagen. Sie erzählte mir, dass sie bereits Christin und in der katholischen Kirche aktiv sei. Wir plauderten ein wenig. Mich bewegte eine Frage, die ich ihr schließlich stellte: „Wer ist Jesus Christus für sie als Katholikin ganz persönlich?“

Stille. Meine freundliche Gesprächspartnerin wurde etwas sprachlos. Diese Frage war für sie – nach eigener Aussage – schwierig zu beantworten. Schließlich fand sie doch die richtigen Worte. Jesus sei für sie ein Vorbild, wie wir unser Leben mit unseren Mitmenschen gestalten sollten. Er lebte Nächstenliebe vor. Das ist für sie das Entscheidende ihres christlichen Glaubens. In ihren weiteren Ausführungen hat man gemerkt, dass es nicht bloß daher gesagt, sondern wirklich ernst gemeint ist.

In vielen Aspekten konnte ich ihr zustimmen. Jesus hat ein wunderbares Vorbild der Nächstenliebe vorgelebt. Die Liebe zu meinen Mitmenschen ist tatsächlich in Gottes Augen keine Option, sondern wesentlicher Bestandteil in der christlichen Nachfolge. „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Für Jakobus ist es das königliche Gesetz (Jak 2,8) und für Jesus gehört es zum größten Gebot (Mt 22,39).

Doch ist es das, was Jesus primär im Sinn hatte? Wollte er lediglich ein Erbe der Fairness, Gerechtigkeit, Güte, Barmherzigkeit und Annahme hinterlassen? Auch wenn das Leben Jesu mit all seinen Maßstäben von aller größter Bedeutung ist – keine Frage! – wohltätiges Gutmenschentum war es zumindest nicht, was Jesus hier auf der Erde bezwecken wollte. Die freundliche Katholikin hat für ihr Alltagsleben ein (ausgesprochen gutes) Vorbild gewählt, ohne sich darüber im Klaren zu sein, mit welchem Ziel dieser Mann überhaupt seinen Mitmenschen diente.

Kurz und knapp ließ ich folgendermaßen die Katze aus dem Sack: Ja, Jesus hat uns ein perfektes Leben vorgelebt. Ein Leben, wozu wir gar nicht imstande sind. Er hat all‘ das richtig gemacht, was wir Tag für Tag falsch machen. Doch das war nicht das Ende der Geschichte. Sein Leben hatte vor allem eine Zielsetzung:

Mk 10,45) Ich bin nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und mein Leben als Lösegeld für viele zu geben.

Diesem Ziel hat Jesus Christus alles untergeordnet. Er lebte, um vor allen Dingen zu sterben – für uns und unsere Schuld!

Joh 10,10-11) Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluss haben. Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.

Das ist die Botschaft, die uns wirklich Hoffnung in diesem und dem zukünftigen Leben geben kann.  Denn der Vater im Himmel ließ Jesus – seinen einzigen Sohn – an unserer Stelle sterben, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben in Gemeinschaft mit Gott genießen kann.

Soli Deo Gloria,
Pastor Waldemar

Bildquelle: “designed by Freepik.com”

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