Jul 16, 2015 - Impulse    Kommentare deaktiviert für Tauft sie!

Tauft sie!

Letzte Worte sind oft wertvolle Worte. Besonders dann, wenn es sich um Worte einer wertvollen Person handelt.

Jesus Christus hat auch solche letzten Worte gesprochen. Sie beschäftigen seit jeher maßgeblich die Christenheit. Kein Wunder, geht es doch um nichts weniger als den hauptsächlichen Auftrag der Kirche bzw. Gemeinde Jesu. Der Evangelist Matthäus gibt die Worte Jesu wie folgt wieder:

Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie alles zu bewahren8, was ich euch geboten habe! Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters. (Mt 28,19-20)

Die Innenseite der Jüngerschaft

Jesus wünscht sich weltweit Menschen, die zu Jüngern werden. Was Jünger-Sein konkret bedeutet, kann man an verschiedenen Stellen des Matthäus-Evangeliums erkennen. Da heißt es bspw. aus dem Munde Jesu:

Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, wird es finden. (Mt 16,25)

Die Botschaft ist so einfach wie schwer. Jünger Jesu zu sein bedeutet sein altes Leben hinter sich zu lassen. Ein Leben, dass Gott nicht kennt und dadurch in unendlich viele Schieflagen geraten ist. Jünger wenden ihrer Schuld und Sünde den Rücken zu. Wenn wir Menschen zu Jüngern machen, dann rufen wir sie nicht nur dazu auf, dass sie kommen und ihr altes Ich mit allen selbstzerstörenden Eigenschaften aufgeben. Wir rufen außerdem dazu auf ein neues Leben zu beginnen, dass dem von Jesus gleich kommt. Weil Jesus Christus sein ganzes Leben mit ganzem Herzen, ganzer Seele und aller Kraft für seine Jünger geopfert hat, sind seine Jünger aufgefordert mit ganzem Herzen, ganzer Seele und aller Kraft Jesu Leben nachzuleben!

Das ist zu allererst natürlich ein Inneres Geschehen in den tiefsten Winkeln eines Menschen. Doch Jünger-Sein bedeutet auch, dass Innerliches, äußerlich dargestellt wird. Darum sagt Jesus auch: „Tauft sie!“

Die Außenseite der Jüngerschaft

Wenn Menschen auf ihren Glauben hin getauft werden, kommt es zur sichtbaren Darstellung des neuen Lebens. Mit eigenen Augen kann man sehen, was es bedeutet ein Nachfolger Jesu zu sein! Sterben (untertauchen) und in der Kraft Gottes auferstehen (auftauchen)!

Laut der Bibel ist die Taufe …

  • eine Darbietung der völligen Hingabe, Aufgabe, Aufopferung des Täuflings,
  • eine Proklamation, dass der Täufling mit den Maßstäben der Welt gebrochen hat,
  • eine Proklamation, dass der Täufling in Zukunft sein Leben auf die Gemeinschaft mit Gott ausrichtet,
  • eine Darbietung der Gnade Gottes,
  • für den Täufling eine echte Zusage der Vergebung der Sünden,
  • für den Täufling die Gewissheit, dass die übernatürliche Macht Gottes, die Jesus vom Tode hatte auferstehen lassen, auch für ihn dasselbe bewirkt,
  • für den Täufling das Zeichen und das Siegel,
    dass Gott dich als Kind adoptiert,
    dass der Sohn Gottes deine Schuld reinwäscht,
    und dass der Geist Gottes dich heiligt,
  • eine öffentliche Demonstration für den Täufling,
    dass der Vater dein Vater ist,
    dass der Sohn dein Herr und König ist,
    dass der Geist Gottes in dir wohnt!

Glaube ohne Taufe?

Du sagst dir vielleicht: „Mir reicht mein schlichter Glaube auch ohne eine Taufe!“ Du hast vollkommen Recht: Das „reicht“ tatsächlich. Aber ich frage dich: Ist es wirklich das, worum es Jesus im obigen Abschnitt geht? Will er uns sagen was geradeso ausreicht? Ist ausreichender und minimaler Einsatz die Essenz biblischer Jüngerschaft? Stell dir nur einmal vor, Jesus oder die Apostel hätten so eine Ansicht gehabt und diese in die Tat umgesetzt! Wie ein Gemeindemitglied meiner Gemeinden in seinem Zeugnis vor seiner Taufe sagte: „Entweder ganz oder gar nicht. Und gar nicht ist keine Option!“

Du sagst vielleicht: „Man kann glauben auch ohne Taufe!“ Lass uns an dieser Stelle festhalten, dass das deine Meinung ist! Wie wir unschwer erkennen können, erachtet Jesus die Taufe als normative/grundlegende Erfahrung für jeden, der zum Glauben kommt und sein Nachfolger wird. Auch der Apostel Paulus ging davon aus, dass alle Christen der Gemeinde in Rom dieselbe Erfahrungen miteinander teilten, wenn er schreibt, dass „wir durch die Taufe mit Christus in den Tod begraben worden sind, damit so, wie Christus durch die herrliche Macht des Vaters von den Toten auferweckt wurde, auch wir in der neuen Wirklichkeit leben.“ (Röm 6,4; NeÜ)

Es gibt so Manches, was die Bibel für normativ erachtet. Zum Beispiel sollen Mann und Frau heiraten, wenn sie eine Familie gründen wollen. Auch soll der Mann kein anhängliches Muttersöhnchen bleiben, wenn er von zu Hause auszieht, um Verantwortung für die eigene Familie zu übernehmen. Handelt jeder danach? Leider nein! Das ändert aber nichts am Anspruch Gottes! Der bleibt bestehen. So auch der Anspruch seine Nachfolge in der Taufe äußerlich darzustellen, wie Jesus es eingeführt hat.

Wenn du noch nicht aufgrund deines Glaubens getauft wurdest, dann möchte ich dir zurufen: „Kehr um von deiner Schuld, glaube daran, dass Jesus deine Sünde getragen hat und lass dich auf dieses Bekenntnis hin taufen.“

Ich würde es nicht sagen, wenn Jesus es nicht meinen würde.

Soli Deo Gloria,
Pastor Waldemar

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