Nov 10, 2016 - Impulse    1 Kommentar

Sklave eines fremden Gewissens?

Die Freiheit eines Christen sollte nie so eingesetzt werden, dass man zum Anstoß für andere Christen wird (Röm 14,13). Paulus hat dieses Prinzip nicht spontan und unüberlegt aufgeschrieben; es ist ein gut durchdachtes Prinzip, dem er sich selbst auch verpflichtet hat (1Kor 8,13). Wenn diese Verpflichtung eingegangen wird, nimmt sie einen solch großen Teil unseres Denkens ein, dass sie unser Verhalten instinktiv steuert. Uns wurde in Christus die Freiheit gegeben, damit wir anderer Menschen Diener würden, und nicht damit wir uns unseren eigenen Vorlieben hingeben.

[…]

Das heißt nicht, dass ich der Sklave des Gewissens einer anderen Person werden muss. Calvin drückt das gut aus, wenn er sagt, dass wir auf die Ausübung unserer Freiheit den schwächeren Gläubigen zuliebe verzichten, aber nicht, wenn wir es mit Pharisäern zu tun haben, die uns auffordern, uns an etwas Unbiblisches zu halten. Wo das Evangelium auf dem Spiel steht, muss die Freiheit ausgeübt werden; wo die Stabilität eines schwachen Christen auf dem Spiel steht, müssen wir darauf verzichten.

Mehr lesen: Vier Prinzipien für die Ausübung der Freiheit des Christen

Ähnliche Artikel:

1 Kommentar

  • Guter, prägnanter Beitrag!
    Worin (Werk; Quelle?) schreibt Calvin dazu? Könntest du die Stelle aus der Institutio oder seinem Kommentar dazuschreiben?