Jan 14, 2013 - Allgemein    3 Kommentare

Gottes Wille bei der Auswahl eines Ehepartners

HochzeitspaarViele junge Christen zerbrechen sich oftmals den Kopf über die sehr wichtige Frage, wer denn der zukünftige Ehe- und Lebenspartner werden soll. Wie erkenne ich den Willen Gottes in dieser Angelegenheit? Eine Frage, die jederzeit aktuell ist und an ihrer Aktualität vermutlich nie etwas verlieren wird. Soeben las ich ein interessantes Zitat von einem bereits verstorbenen schwedischen Prediger Carl Olof Rosenius (1816-1868). Vielleicht ist es ja für den ein oder anderen hilfreich, auch wenn die Sprache manchmal ein wenig holprig wirkt. 🙂

Mancher junger Christ sagt: „Ich bin ungewiss, ob Gott diejenige für mich bestimmt hat, die ich liebe. Wie soll ich den Willen Gottes zu wissen bekommen?“ — Hier haben wir einen guten Rat zu geben. Aber zuerst ein Wort davon, dass du wirklich nach dem Willen Gottes fragst. Ach, dass alle jungen Christen tief beherzigen lernten, dass dies das einzig Wichtige in dieser Frage ist, nämlich dass der Wille Gottes geschieht. — Dass eine Person christlich und ferner mit allen guten Eigenschaften geschmückt ist, ist durchaus nicht genügend. Ich habe noch nötig, zu erfahren, ob sie auch gerade die Person ist, die Gott für mich bestimmt hat. Denn erstlich kann ich ja nicht einmal einen Tag im voraus sehen, was mit der Person in Zukunft geschehen kann, — Krankheit, Tod, Abfall usw. Es gibt unzählige Fälle, die mein Glück zunichte machen können. Aber weiß ich nur, dass diese mir von Gott gegeben ist, dann möge Sorge oder Freude eintreten, so ist es doch lauter Glück. Darum sagte einst ein geprüfter Christ: „Wenn Gott mich hieße, meinen Gatten frei zu wählen, und in einer Reihe alle Gegenstände meiner Wahl aufstellte und spräche: Nimm, welche du willst, so würde ich antworten: „Nein, du guter Gott, wähle du für mich; ich sehe nicht, was morgen geschehen kann; gib Du mir diejenige, die Du für mich bestimmt hast!“ — Wie wichtig ist es außerdem, in allen künftigen Anfechtungen und Versuchungen mit Gewissheit sagen zu können: „Diese, das weiß ich, hat Gott Selber mir gegeben.“ — Nun wird gefragt: Wie kann man zu einer solchen Gewissheit davon gelangen? — Ja, höre! Bist du mit dem Heiland bekannt, so lege deine Sache Ihm in ernstlichem Gebete dar, dass, wenn die Person, an die du denkst, die rechte sei, die Er für dich bestimmt habe, Er die Sache dann gelingen lassen wolle, aber im entgegengesetzten Fall in Gnaden ein kräftiges Hindernis in den Weg legen wolle, dass es unmöglich geschehen kann. Bete: „Treuer Gott! Höre nicht auf den Wunsch meines armen Herzens, sondern tue Du nach Deinem heiligen Willen usw.“ — Tue dann darauf deinen Schritt und vollziehe die Ehe, wenn kein Hindernis in den Weg kommt, und sei dessen ganz gewiss, dass der Wille Gottes geschehen ist. „Wieso? Kann ich nicht doch meinem eigenen Willen gefolgt sein?“ Ich glaubte, dass du gerade darum batest, dass Gott mit Seiner Macht verbieten möge, dass etwas gegen Seinen Willen geschähe. Glaubst du denn nicht an die Macht des Herrn, deinen eigenen Willen verhindern zu können? Und Gott musste wohl selber am liebsten nach Seinem eigenen Willen tun wollen, am allerliebsten, da du Ihn darum batest. Es ist ein bestrafenswerter Unglaube, nachdem man also gebetet hat, noch zu denken: Wer weiß, ob nicht mein eigener Wille geschehen ist? Denn gerade gegen diesen riefst du ja Gott an! Nein, so gewiss du dir dessen bewusst bist, dass du wünschtest, Gottes Wille möge geschehen, ebenso gewiss sollst du wissen, dass das, was du jetzt erhalten hast, von Gott ist, ja noch gewisser; denn es ist Gott noch mehr an unserem Besten gelegen als uns selber.

— Carl Olof Rosenius
aus „Geheimnisse im Gesetz und Evangelium, II. Band“, S. 354f

Selbstverständlich lässt sich zu diesem Thema noch viel mehr sagen, als der zitierte Abschnitt. Zum Beispiel empfehle ich dazu, sich wirklich einmal intensiv u.a. mit Spr 31,30, 1Kor 7 und 2Kor 6,14-16 zu beschäftigen. Hier gibt es einige wichtige Infos für uns Christen, wenn es um den Willen Gottes bzgl. der Partnerwahl geht.

Doch beim ganzen Bibelstudium darf selbstverständlich das aufrichtige Gebet — wie im obigen Zitat — nicht fehlen. Und da sehe ich tatsächlich einen großen Mangel unter jugendlichen Christen. Wer tatsächlich mit ehrlichem Herzen so betet, „Herr, höre nicht auf den Wunsch meines armen Herzens, sondern tue Du nach Deinem heiligen Willen“, der darf mit voller Gewissheit davon ausgehen, dass Gott unter Berücksichtigung seines Wortes (der besagten Bibelstellen) klar spricht und dich führt.

Gott segne dich sehr auf dieser aufregenden Reise!

Soli Deo Gloria,
wju

Bildquelle: Sharolyn Newington

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3 Kommentare

  • Amen dazu.
    Durch loslassen der eigenen „Versuche“ die/den richtigen Partner selbst zu finden und stattdessen Gott nach klaren Zeichen zu bitten (die sich nicht unbedingt aus einer Selbstverständlichkeit heraus ergeben konnten) haben meine Frau und ich zueinander gefunden. Wir dürfen unsere Ehe jetzt schon fast 23 Jahre genießen. Gott sei Dank dafür.

  • Ich denke ein klares Zeichen kann man nicht unbedingt erwarten – zumindest wird kein Zettel mit dem Namen vom Himmel fallen.
    Eine gute Frau will gefunden werden (Sprüche 18,22)
    Aber ich denke hier gilt auch Prediger 3 (alles hat seine Zeit)

  • Stellen wir doch den Kontext solcher Überlegungen klar: die offensichtlichen Mißgriffe bei der christlichen Partnerwahl und die daraus resultierenden schlechten Ehe, Affären, Trennungen und Scheidungen. Außerdem die Qual für die Kinder solcher Verbindungen.

    Deshalb zwar nichts gegen Führung durch den Heiligen Geist, aber Antworten auf simple Fragen wie

    – Begehre ich meinen zukünftigen Ehepartner und er mich?
    – Liebe ich ihn und er mich?
    – Passen wir zusammen?
    -Tun wir einander mit Leichtigkeit Gutes oder sehen wir uns eher als Herausforderung zur Heiligung? 😉

    könnten schon mal das Schlimmste verhindern.

    Tatsachen sind leider

    – es wird oft nicht aus Liebe geheiratet (oftmals denken Christen, Freundschaft reiche doch)
    – man findet einander nicht begehrenswert (oder nur einer von beiden) … woraus dann folgt „Der Sex gehört in die Ehe – dort findet er aber nicht statt“ 😉

    Wer zu viel geistliches Brimborium um seine Partnerwahl veranstaltet, würde mich eher mißtrauisch machen.

    Siehe dazu auch:

    http://konsequentegnade.wordpress.com/freiheit-vom-gesetz/seltsame-grunde-fur-die-ehe/