Aug 21, 2012 - Allgemein    1 Kommentar

Gottes Kleinod — Bewahre, was Gott dir geschenkt hat

Perle

Kleinod. Ein komisches Wort, nicht wahr? Ich muss gestehen, dass ich lange gar nicht wusste, was es tatsächlich bedeutet. Vielleicht klein und öde? Hört sich nicht wirklich verheißungsvoll an, nicht wahr?

Doch nun stieß ich gemeinsam mit meinem Hauskreis auf ebendieses Wort („Als Hauskreise werden kleine Gruppen von Christen bezeichnet, die sich zum gemeinsamen Beten, Bibelstudium, Gedankenaustausch und Singen regelmäßig in Privatwohnungen treffen.“Wikipedia). Wie wir gemeinsam feststellten, waren unsere Entdeckungen alles andere als klein und öde.

Seit nun einigen Monaten gehen wir als Hauskreis Schritt für Schritt durch ein ausgewähltes Buch der Bibel und sprechen darüber, was uns Gott durch sein Wort zu sagen hat. Derzeit befinden wir uns im alttestamentlichen Buch „Klagelieder“. Das erste Kapitel beschreibt die Stadt Jerusalem als Witwe, die der Kinder beraubt wird und von allen verlassen im Elend sitzt. Das Problem: Das Südreich namens Juda (damals war Israel ein in Nordreich und Südreich geteiltes Königreich) wurde von der Weltmacht Babylon verwüstet und der kostbare und für Gott geweihte Tempel wurde zerstört. Die Einwohner wurden zudem aus ihrem Land verbannt. Das geschah 587 v. Chr.

Jeremia, der Verfasser der Klagelieder, beschreibt eindrücklich, wie die Bewohner in der Verwüstung handelten:

Klgl 1,11) Alle Jerusalemer geben ihre Kleinode [bzw. Kostbarkeiten] für Nahrung, nur, um am Leben zu bleiben.

Zu Beginn ist dieser Vers vielleicht im gesamten ersten Kapitel unscheinbar. Was steckt also dahinter? In der Not tauschten die Jerusalemer ihre Kleinode für Lebensmittel ein. Konkret gesagt: Sie tauschten Heiligtümer aus dem Heiligtum, also aus dem Tempel Gottes. Heiliges für Vergängliches!

Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie krass so ein Tauschhandel eigentlich war, hier eine Erklärung zum Begriff „Kleinode“:

„Es bezeichnete zunächst eine kunstvoll gearbeitete, zierliche Kleinigkeit (als Gastgeschenk oder Aufmerksamkeit überreicht), dann einen wertvollen Gegenstand, einen unersetzlichen Wert.“ (Duden Bd. 7: Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache, 4., neubearbeitete Auflage, Mannheim 2007, S. 412.)

Es handelt sich also um etwas Wertvolles, Kostbares und vor Gott Unersetzliches. Es ist etwas Heiliges! Wie schrecklich ist es, wenn so etwas einfach eingetauscht wird oder verloren geht?

Sieh mal, was Jesus denen verspricht, die ihm nachfolgen und seinen Worten Glauben schenken:

 Joh 10,28) Jesus spricht: Ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden in Ewigkeit nicht verlorengehen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.

Ist das nicht unglaublich? Jesus hält uns fest uns lässt es nicht zu, dass auch nur eins seiner wertvollen Kinder verloren geht. Der Preis ist unbezahlbar. Er hält (wie oben dargestellt) die Perle vorsichtig in seiner Hand, auch wenn er sich dafür die Hände schmutzig machen muss.

Wenn du an Jesus glaubst, dann hoffe ich, dass du Gottes Bewahrung und Fürsorge wieder neu erkennst. Lasst uns von Jesus lernen. Er sagt, dass er uns ein neues und ewiges Leben gibt. Wie gehst du mit diesem neuen Leben um? Ist es für dich etwas ganz Wertvolles, Kostbares und Unersetzliches? Ist es dir absolut heilig? Bewahre, was Gott dir geschenkt hat!

Soli Deo Gloria,
wju

Bildquelle: Esther Gibbons

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