Nov 28, 2012 - Allgemein    1 Kommentar

Die Freiheit der Kinder Gottes

Haus

In einem letzten Artikel „Gefangen im Teufelskreis der Sünde“ habe ich über das Problem der Lieblingssünde gesprochen. Aus einer gewissen inneren Verpflichtung und Gebundenheit zur Sünde kann in unserem Leben ein Teufelskreis entstehen.

Der englische Gelehrte Joseph Mede (1586-1638) fasst dieses Problem sehr treffend wie folgt zusammen:

Sünde ist wie eine Schlange. Wenn sie einmal vorwärtskommt, zieht sie den ganzen Schwanz hinterher. Solange in einem Klotz kein Riss ist, kann die Axt oder ein Keil nur schwer eindringen; doch sobald ein Riss da ist, wird sie mit ein wenig Kraft ganz eindringen, genauso ist es mit der Sünde. Der Grund dafür ist, dass der, der sündigt, sich mehr oder weniger unter die Macht des Teufels begibt, der nicht so nachlässig ist, dass er seinen Vorteil aufgeben oder nicht nutzen wird. Der Teufel ist der Fürst des Todes (s. Hebr 2,14). Und der Tod kommt durch die Sünde; sie also verleiht dem Teufel einen Titel. Sie brachte zuerst — und tut dies immer noch — den Menschen in den Einflussbereich des Teufels. Folglich heißt es von denen, die zu Gott bekehrt sind und ihre Sünde erkennen, dass sie sich „von der Herrschaft des Satans zu Gott“ (s. Apg 26,18) bekehrt haben. Doch die Sünde lässt sie wieder abscheulich werden unter seiner Macht. Sie erlaubt dem Teufel, erneut unser habhaft zu werden, wenn sie (vielleicht) auch nicht so groß ist, dass er uns ganz von Gott wegziehen kann. Dennoch verhilft die Sünde dem Satan dabei, uns zu vielen Missetaten zu bringen, was uns viel Mühe und sehr viel Kummer kostet, bis wir wieder frei sind.

— Joseph Mede
aus „Die englischen Puritaner: 365 Tage lebendiges Wasser“

Wieder frei sein. Genau darum soll es jetzt gehen. Wenn die Sünde erstmal entlarvt ist, dann stellt sich die Frage, wie wir aus diesem Teufelskreis herauskommen und die Entmachtung der Sünde — die Jesus Christus am Kreuz von Golgatha errungen hat — ganz praktisch in unserem Leben erfahren können. Wie werden wir also von unseren Gebundenheiten wieder befreit?

Kehr um!

Auch wenn oft davon ausgegangen wird, dass es sich bei der Beantwortung dieser heiklen Frage um „Spezialwissen“ handelt, bin ich der Überzeugung, dass der erste Schritt zur Befreiung aus Teufelskreisen die schlichte Buße bzw. Umkehr ist. Erwarte keine Veränderung deiner Umstände, wenn du dir nicht eingestehen möchtest, dass du Vergebung benötigst. Erst eine göttliche Sicht auf deine Sünde wird Verwandlung in deinem Leben bewirken.

1Joh 2,1b) Und wenn jemand von euch eine Sünde begeht, haben wir einen Anwalt, der beim Vater für uns eintritt: Jesus Christus, den Gerechten.

Oft ist uns zwar bewusst, dass wir schlecht handeln und uns ändern sollten, aber vergessen dabei völlig, dass wir zurück zum Kreuz müssen. Wir übergehen Jesus und schuften uns ab, um irgendwie mit unserer Schuld selber klarzukommen. Wer aber die notwendige Buße unbeachtet lässt, wird erleben, dass er/sie immer und immer wieder hinfallen wird. Dabei stehen wir uns oftmals selbst im Weg. Auch wenn es lächerlich scheint, aber ich habe schon selber erlebt, dass mich mein Stolz, mein Hochmut und meine Selbstgerechtigkeit gehindert haben die freimachende Kraft der Gnade Gottes zu erfahren. Deswegen müssen auch wir uns immer wieder von Paulus sagen lassen:

Gal 3,3b) Wollt ihr wirklich in eigener Kraft zu Ende bringen, was ihr in der Kraft des Heiligen Geistes angefangen habt?

Befreiung und Veränderung braucht aufrichtige Umkehr und einen Neuanfang aus Gottes Gnade heraus:

Buße beinhaltet nicht nur die neue Einstellung oder innere Haltung gegenüber Gott, die Liebe zu Gott und die Betrübnis und den Hass gegen die Sünde, sondern auch eine neu geschenkte Kraft, den Weg der Sünde zu verlassen und Gottes Willen zu folgen.

— Kurt Vetterli
aus „Timotheus Magazin — #9 Buße“

Kämpfe den Kampf!

Diese neu geschenkte Kraft, um den Weg der Sünde zu verlassen, muss nun angewandt werden. Eine der aussagekräftigsten Passage der Bibel finden wir zu diesem Thema in Epheser 6,10-20.

Lies dir einfach einmal diese Verse durch. Du wirst merken, dass es Verse von höchster Wichtigkeit sind! Verse, die dazu bestimmt sind ganz konkret unseren Alltag zu bestimmen. Wir kämpfen nicht gegen Feinde aus Fleisch und Blut, sondern gegen finstere geistliche Mächte! Gott schenkt uns eine heilige Waffenrüstung, um uns vor den Listen des Teufels und den Pfeilen des Bösen zu bewahren. Dafür ist es notwendig, dass wir die ganze Rüstung anziehen. Welcher Ratschlag könnte für uns gelegener kommen, wenn wir uns fragen, wie wir aus dem Teufelskreis unserer Lieblingssünde rauskommen und in Zukunft bestehen, widerstehen und stehen bleiben können? Ich merke, dass viele Christen und ganze Gemeinden diese biblische Aufforderung oft beiseitelegen und nicht stark genug beachten. Es gibt so viele Aspekte in dieser Bibelpassage zu entdecken, dass mir leider der Platz an dieser Stelle nicht ausreicht, sie in ihrer Gesamtheit auszulegen.

Wer heute einen Gedanken sät, erntet morgen die Tat, übermorgen die Gewohnheit, danach den Charakter und endlich sein Schicksal.

— Gottfried Keller

In diesem Zitat steckt so viel Wahrheit. Wenn du dich nach anhaltender Veränderung sehnst, dann gib dich nicht geschlagen. Kämpfe den Kampf und ergreife die Waffenrüstung Gottes!

Lebe im Heiligen Geist!

Ich denke, dass die Brisanz unserer derzeitigen Situation in den vorherigen Abschnitten bereits deutlich geworden ist. Ebenso deutlich sehen wir aber, dass Gott uns nicht im Stich lässt und uns stets zur Seite stehen möchte. Darum ist es ein Geschenk von Gott selbst, dass er uns folgendes tröstendes und motivierendes Bibelwort gibt:

Gal 5,16) Der Geist Gottes soll euer Leben bestimmen, dann werdet ihr den eigenen Begierden widerstehen können. 17) Denn die menschliche Natur widerstrebt dem Geist Gottes und der Geist Gottes ebenso der menschlichen Natur. Beide stehen gegeneinander, damit ihr nicht einfach tut, was ihr wollt.

Um die Entmachtung der Sünde langfristig in unserem Leben zu erfahren, ist es letztlich notwendig, dass wir lernen im Heiligen Geist zu leben. Ein Leben im Geist ist ein Leben in Abhängigkeit. Wir gestehen uns ein, dass wir alleine schwach sind. Alleine sind wir unserer menschlichen Natur und unserem Feind (dem Teufel) hilflos ausgeliefert. Doch nur in Abhängigkeit zum Heiligen Geist gelten wir als Söhne und Töchter Gottes (Röm 8,11-15). Erlaube also dem Geist Gottes dich zu leiten und immer mehr Besitz von dir zu nehmen. Entscheide dich dazu auf ihn zu hören und höre auf ihn in deinem Leben zu dämpfen (1Thess 5,19). Gott ist gut!

1Joh 3,1) Seht doch, welche Liebe der Vater uns erwiesen hat: Wir sollen seine Kinder heißen – und wir sind es tatsächlich! Die Menschen dieser Welt verstehen das nicht, weil sie den Vater nicht kennen. 2) Ihr Lieben, schon jetzt sind wir Kinder Gottes und was das in Zukunft bedeuten wird, können wir uns jetzt noch nicht einmal vorstellen. Aber wir wissen, dass wir von gleicher Art sein werden wie er, denn wir werden ihn so sehen, wie er wirklich ist. 3) Wer auf so etwas hofft, wird immer darauf achten, sich von Sünde zu reinigen, um rein zu sein wie er.

Soli Deo Gloria,
wju

Bildquelle: Matt Gruber

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