Aug 21, 2015 - Impulse    Kommentare deaktiviert für Eine Frage der Zeit

Eine Frage der Zeit

Strick

Im Rahmen meiner letzten Predigtreihe „Jona: Rebellion begegnet Liebe“ bin ich u.a. auf das Thema gestoßen, dass Gott straft, richtet und züchtigt. Ich weiß, ich weiß. Kein anziehendes und prickelndes Thema und dennoch wird es immer wieder in Gottes Wort thematisiert. Der Prophet Jona hat erlebt, dass Gott seine Hand erhebt, wenn Ungehorsam und Ungerechtigkeit überhandnimmt und die notwendige Umkehr des Menschen ausbleibt. Warnende Worte vonseiten Gottes gab es zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte. Sehr drastisch wird im Alten Testament immer wieder Gottes Gerichtshandeln an Israel verdeutlicht:

Wer hat denn zugelassen, dass Israel ausgeplündert wurde? Wer hat die Nachkommen Jakobs an die Räuber ausgeliefert? Ist es nicht der Herr, dem wir ungehorsam waren? Er hat es getan, weil Israel nicht auf ihn hören wollte, weil es seinen Geboten keine Beachtung schenkte. Darum bekamen sie seinen glühenden Zorn zu spüren: Er ließ Krieg ausbrechen; sie waren eingeschlossen von loderndem Feuer. Das ganze Land brannte – aber sie wollten nicht einsehen, dass der Herr sie straft. Sie ließen sich nicht belehren. (Jes 42,24f)

Auch der Apostel Paulus bezeichnet Jesus als den „gerechten Richter“ (2Tim 4,8) und, dass „wir alle vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden müssen , damit jeder empfange, was er durch den Leib vollbracht, dementsprechend, was er getan hat, es sei Gutes oder Böses“ (2Kor 5,10). Die Aussicht auf eine gerechte Rechtsprechung vonseiten Gottes ist also nicht optional! Aber die gute Nachricht ist, dass Jesus Christus auf die Welt gekommen ist, um eine Zeit der Gnade und Barmherzigkeit auszurufen. Er hat gezeigt: Gott ist willig uns unsere Sünden und unsere Schuld zu vergeben und sich mit uns zu versöhnen! Darum sagt Jesus: „ich bin nicht gekommen, dass ich die Welt richte, sondern dass ich die Welt rette.“ (Joh 12,47b) Aus genau diesem Grund hat Jesus für alle die sich ihm anvertrauen das Gericht vorgezogen und stellvertretend für uns auf Golgatha am Kreuz gelitten!

Du fragst dich vielleicht, warum Gott dem ganzen Leid nicht einfach ein Ende setzt? Es scheint manchmal, als ob es den Gottlosen gut ergeht und sie immer wieder davon kommen. Aber der Psalmist weiß:

Fürwahr, auf schlüpfrige Wege stellst du sie, du lässt sie in Täuschungen fallen. Wie sind sie so plötzlich zum Entsetzen geworden! Sie haben ein Ende gefunden, sind umgekommen in Schrecken. (Psalm 73,18f)

Dort wo Menschen in ihrer Bosheit verstockt bleiben, hat der Theologe Hugh Martin heftige und harte Worte gefunden(, die ich unkommentiert lasse und über die du mal selber nachdenken kannst):

Der Herr kann es sich leisten, zu warten. Du kannst gegen ihn sündigen und anscheinend ungestraft davonkommen, weil alles danach auszusehen scheint, dass der Herr von Deinem Tun nichts weiß. Aber der Weg, den Du gehst, ist auf beiden Seiten mit der Strafe Gottes gesäumt, und die drohende Finsternis an einem festen Punkt in weiter Ferne rückt näher.

Soli Deo Gloria,
Pastor Waldemar

Bildquelle: freeimages.com

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