Okt 1, 2017 - Impulse    Kommentare deaktiviert für Der Rhythmus des christlichen Lebens

Der Rhythmus des christlichen Lebens

Für Christen bedeutet das Leben ein ständiges Kommen und Gehen von Gott zu den Menschen, von den Menschen zu Gott. Es ist wie der Rhythmus des Schlafens und Arbeitens. Wir können nur arbeiten, wenn auch Zeit zum Ausruhen da ist; und wir können nur schlafen, wenn die Arbeit uns müde gemacht hat. Zwei Gefahren bedrohen unser Leben.

Einmal die Gefahr allzu großer, ununterbrochener Aktivität, die niemand auf die Dauer durchzuhalten vermag. Wer arbeitet, muss auch Ruhepausen einlegen, und niemand kann ein christliches Leben führen, wenn er sich keine Zeit für Gott gönnt. Möglicherweise besteht all unser Kummer nur darin, dass wir Gott keine Möglichkeit geben, zu uns zu sprechen, weil wir gar nicht mehr still sein und zuhören können. Wir räumen Gott nicht die Zeit ein, die nötig ist, um uns mit geistlicher Kraft und Stärke zu erfüllen, weil wir keine Zeit haben, auf Gott zu warten. Wie können wir mit der Last des Lebens fertigwerden, wenn wir keinen Kontakt zu dem haben, der der Herr alles guten Lebens ist? Wie können wir Gottes Werk anders als mit Gottes Kraft verrichten? Wie kann uns diese Kraft anders zuteilwerden als dadurch, dass wir in der Stille und Einsamkeit vor Gott danach suchen?

Die andere Gefahr besteht in allzu großer Zurückgezogenheit. Frömmigkeit ist nur dann echte Frömmigkeit, wenn sie sich im Tun auswirkt. Gebete sind nur dann echte Gebete, wenn sie unsere Taten bestimmen. Wir sollten die Gemeinschaft mit Gott niemals suchen, um die Gemeinschaft mit den Menschen zu meiden; wir sollten sie vielmehr suchen, damit wir dadurch für das Miteinander mit den Menschen umso besser geeignet werden. Der Rhythmus des christlichen Lebens besteht darin, dass wir wechselweise Gott in der Stille und die Menschen auf dem Marktplatz des Lebens aufsuchen.

– William Barclay

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