Okt 25, 2012 - Allgemein    Kommentare deaktiviert für Den Segen Gottes in der Not erleben

Den Segen Gottes in der Not erleben

Regenwolken

Vor einigen Tagen veröffentlichte ich einen Artikel mit „10 Gründen, warum Gott Leid zulässt“ und einen Artikel über den Psalm 125: „Kraft, Stärke und ewigen Segen — von Gott für dich“. Der Psalm beschreibt auf wunderbare Art und Weise, dass Gott seine Kinder beschützt und ihnen Bewahrung schenkt. Lies noch einmal mit mir diese ermutigende Passage:

Psalm 125,1) Ein Lied für den Aufstieg zum Tempel. Die auf den HERRN vertrauen, sind wie der Berg Zion, der nicht wankt, der ewig bleibt. 2) Jerusalem – Berge sind rings um es her. So ist der HERR rings um sein Volk, von nun an bis in Ewigkeit. 3) Denn das Zepter der Gottlosigkeit wird nicht mehr ruhen auf dem Erbe der Gerechten, damit nicht auch die Gerechten ihre Hände nach Unrecht ausstrecken. 4) Tu Gutes, HERR, den Guten und denen, die aufrichtig sind in ihren Herzen! 5) Die aber auf ihre krummen Wege abbiegen, die wird der HERR dahinfahren lassen samt den Übeltätern. Friede über Israel!

Man kann sich an dieser Stelle fragen, ob hier die Realität des Lebens nicht ein wenig zu farbenfroh und einseitig positiv beschrieben wird? Ist es wirklich so, dass alle an Gott Glaubenden nicht wanken bzw. nicht hinfallen werden? Zu dem Schluss kann man kommen, ja. Aber nur dann, wenn man den Vers 3 nicht aufmerksam liest und einfach übergeht.

Das „Zepter der Gottlosigkeit“ gibt uns einen absolut notwendigen Hinweis für ein richtiges Verständnis an dieser Stelle! Auch wenn wir nicht den exakten geschichtlichen Hintergrund dieser Stelle wiedergeben können, symbolisiert das Zepter etwas sehr Entscheidendes. Es steht für politische und militärische Mächte, die das Volk Gottes unterdrücken. Ein gottfeindlicher und gottloser Herrscher regiert das Land. Sein Merkmal: Grausamkeit gegenüber allen Gläubigen! Dieses grausame Zepter konnte sich auf jeden Bereich ihres Lebens auswirken: Ländereien, Freiheiten, Gesundheit, Leben, Familien usw. Warum ist das für uns wichtig zu wissen?

Der Schreiber verkündigt inmitten des Leids und der Ungerechtigkeit, dass die Kinder Gottes nichts erschüttern kann. Denn: Gott gibt seinen Kindern Kraft, Stärke und seinen Segen nämlich nicht bloß in Abwesenheit von Lebensnöten sondern inmitten ihrer Lebenskrisen! Die Not kann uns unsere Verbindung zu Gott nicht rauben. Unser Leben mit Gott reicht viel weiter als das Leben im Hier und Jetzt.

Wir haben einen Vorgeschmack des Himmels auf der Erde; bereits jetzt können wir einiges von seinen Segnungen erfahren. Aber unsere Rettung ist weit davon entfernt, vollständig zu sein. Zum Beispiel sind unsere Körper immer noch nicht erlöst. Christen werden gebrechlich und gemeinsam mit allen anderen sterben. Unser Glaube an Christus gewährt uns keine Immunität gegenüber Falten, grauen Haaren, gebrochenen Beinen oder Krebs. Und die Welt, in der wir leben, ist immer noch nicht erlöst. Wir werden weiterhin gegen die Sünde ankämpfen und Widerstand wegen unseres Glaubens erleben. Christsein ist harte Arbeit, es ist ein Kampf und ein Wettrennen (s. 2Tim 4,7). Seien Sie nicht überrascht, wenn Sie merken, dass es ein Ringen ist, für Christus zu leben. Das ist das normale Leben als Christ in dieser gegenwärtigen Weltzeit.

— Vaughan Roberts

Wir erfahren in unserer Not bereits Gottes Gegenwart und seine Güte. Aber wir sind noch nicht am Ziel angekommen. Darum ist es richtig zu sagen:

Auch den Frommen bleibt das Leid nicht erspart. Aber sie sind in allem Mitteilhaber Christi.

Friedrich Just

Mitteilhaber Christi? Das nächste gewaltige Zitat erklärt vielleicht ein wenig näher, was damit gemeint sein kann:

Wenn du über dein Leben denkst: „Wie ist es möglich, dass Gott aus dieser Situation etwas Gutes hervorbringen kann? Wie ist es möglich, dass er souverän über diese vielen Schmerzen in meinem Leben herrscht? Du kannst mir nicht erzählen, dass irgendwie Gott all das geplant hat oder Gott mir dies geschickt hat?“ Wenn du all diese Dinge denkst, denke daran: Er plante das Kreuz.

— Kevin DeYoung

Ja, auch Jesus musste leiden. Indem wir ihm folgen, bleibt uns so manches Leid nicht erspart. Wir dürfen uns in unserer Schwachheit und in unserer Not an Jesus erinnern und brauchen und deswegen nicht alleine fühlen. Er ist in unser Leid gekommen und ist uns gleich geworden. Insofern sind wir Mitteilhaber. Die Bibel beschreibt das so:

Jes 53,3) Er wurde verachtet, und alle mieden ihn. Er war voller Schmerzen, mit Leiden vertraut, wie einer, dessen Anblick man nicht mehr erträgt. Er wurde verabscheut, und auch wir verachteten ihn.

Doch am Ende des Leids wurde Jesus von den Toten auferweckt. Er besiegte den Tod, die Sünde und alles Leid. Diese Hoffnung gibt er uns! Wer in dieser Welt in seiner persönlichen Not und seinem Leid nicht an Gott verzweifelt, darf darauf vertrauen, dass das Zepter der Gottlosigkeit nicht mehr auf dem Erbe der Gerechten ruhen wird (vgl. Vers 3). Das Erbe der Gerechten ist die Errettung und Erlösung, die Gott seinen Kindern verspricht. Ja, auch hierin sind wir Mitteilhaber Christi!

Soli Deo Gloria,
wju

Bildquelle: Megan Watson

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