Aug 30, 2012 - Allgemein    1 Kommentar

Akzeptier mich, bitte! — Das Wesen wahrer Anerkennung

Wahre Anerkennung

Mich fasziniert seit einigen Tagen eine ganz gewisse Aussage Jesu. Ich glaube, dass diese Worte gerade für unsere heutige Zeit von höchster Relevanz sind.

Joh 5,44) Kein Wunder, dass ihr nicht glauben könnt, denn bei euch will ja nur einer vom anderen Anerkennung bekommen. Nur die Anerkennung bei dem einen wahren Gott sucht ihr nicht.

Das Krasse ist, dass sich hier niemand herausnehmen kann. Was Jesus hier sagt, ist tatsächlich etwas, was wirklich jeden Menschen mit einschließt. Der Wunsch nach Akzeptanz, Respekt und Anerkennung. Wer will hier sagen, dass niemand gerne als wertvoll in den Augen des Gegenübers angesehen werden möchte?!

In dem ganzen Kapitel bringt Jesus eine Menge von gewaltigen und steilen Aussagen. Er ist sich nicht zu schade die Führung des Volkes verbal anzugreifen, indem er die Wahrheit ausspricht und ihnen deutlich zu verstehen gibt, dass etwas  in ihrem Leben gehörig schief läuft. Eine Spitzenaussage haben wir eben oben gelesen. Es geht seinen Zuhörern nicht um Gott, sondern hauptsächlich um die Menschen. Genauer gesagt: Es geht darum, was die Menschen um mich herum von mir denken und nicht was Gott von mir denkt!

Interessant ist, dass Jesus hier mit gutem Beispiel vorangeht, indem er nicht darauf achtet, was seine Zuhörer von ihm denken. Ehrlich gesagt erwartet er auch nicht viel von ihnen. Er ist gar nicht darauf angewiesen von ihnen Anerkennung zu bekommen. Warum? Und das ist meine erste Lektion, die ich aus diesem starken Wort ziehe: Wenn ich mich an Gott wende und in ihm mein Glück finde, dann erhalte ich volle Anerkennung bei ihm.

Achte einmal darauf: Jesus hat nicht gesagt, dass das Bedürfnis nach Anerkennung falsch wäre. Nein, das steckt in jedem von uns. Die Frage ist nur, welche Quelle du anzapfst! Sicherlich, du wirst bei Menschen zuhauf Anerkennung und Respekt bekommen. Dein Selbstwert ist vielleicht auf einer Skala von 1-10 gefühlt auf einer 11! Aber ich versichere dir: Du machst dich damit kaputt. Ja, Menschen können mir Anerkennung geben. Aber das ist alles nur zeitweise und oft an Bedingungen gekoppelt, sodass du dich jederzeit angetrieben, vielleicht sogar angepeitscht fühlst, dein derzeitiges Level an Selbstwert aufrechtzuerhalten!

Ich möchte dich noch auf einen weiteren genialen Aspekt hinweisen. Es gibt viele Menschen um uns herum, die von niemandem akzeptiert werden und die links liegen bleiben. So selbstverständlich es solche Leute heutzutage gibt, so normal war es auch zu Jesu Zeiten. Jeder, der das Neue Testament der Bibel liest, wird feststellen, dass Jesus eine unheimlich große Liebe zu den Menschen hatte, die von der Gesellschaft eigentlich gemieden wurden. Woher hat Jesus diese Kraft und diesen Mut genommen, sich gerade solchen Menschen zu widmen? Und hier folgt nun die zweite Lektion für mich: Weil Jesus seine Anerkennung nicht bei Menschen sucht, sondern bei Gott schon längst gefunden hat, kann er zu den Menschen gehen, denen jegliche Anerkennung fehlt und ihnen von seiner Liebe und Geborgenheit eine große Portion abgeben.

Mich haut das um.
Ich bitte dich, dass du nun dein Leben einmal auf diese Punkte hin überprüfst:

  1. Wer stillt derzeit deine Sehnsucht nach Anerkennung und Akzeptanz? Suchst du sie verkrampft bei Menschen, oder ist Gott deine einzige Quelle?
  2. Welche Menschen gibt es in deinem Leben, denen jegliches Angenommensein fehlt? Wenn du Gott liebst und Jesu Liebe in deinem Leben erfahren hast, dann geh zu den Verstoßenen und Ungeliebten und gib ihnen eine große Portion ab.

Lies abschließend noch folgendes Zitat. Es bringt meine Gedanken sehr gut auf den Punkt.

Als der Geliebte kann ich Widerstand leisten, trösten, mahnen und ermutigen, ohne Ablehnung zu befürchten oder eine Bestätigung zu benötigen. Als der Geliebte kann ich gequält und getötet werden, ohne daran zweifeln zu müssen, daß die mir gegebene Liebe stärker ist als der Tod. Als der Geliebte bin ich frei, zu leben und Leben zu geben, auch frei, während ich Leben gebe, zu sterben.“ (Henry J. M. Nouwen: Nimm sein Bild in dein Herz. Geistliche Deutung eines Bildes von Rembrandt, Freiburg im Breisgau 2007, 17. Auflage, S. 53)

Soli Deo Gloria,
wju

Bildquelle: Lenin Rodriguez

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1 Kommentar

  • Danke für den Artikel – wirklich gut daran erinnert zu werden, dass wir wahre Anerkennung nur bei Gott finden!