Okt 14, 2018 - Impulse    Keine Kommentare

Schwarzbrot für alle!

Heute predigte ich über das Kapitel 13 des Markusevangeliums. Inhaltlich handelt es sich dabei um die Endzeitrede Jesu. Ich dachte mir bei den Vorbereitungen: „Puh. Endzeit also. Muss das sein? Ist das nicht etwas zu viel theologisches Schwarzbrot?“ Ich hatte nämlich die große Befürchtung, dass das ein riesiger Krampf wird, ein so gewaltiges und komplexes Thema in einer Predigt zu verarbeiten. Schließlich will ich sonntags trotz großen Lehranteils keine theologische Vorlesung abhalten und die wirklich durchmischte Zuhörerschaft nicht abhängen.

Die Erfahrung, die ich dann machte und hier teilen möchte, hat mich mal wieder ermutigt. Wenn du auch in der Situation stehst, anderen Menschen biblische Inhalte zu vermitteln, dann ist das für dich!

Hatte ich in meinen Predigtvorbereitungen noch vehemente Bedenken, dass dieser Themenkomplex doch eigentlich nur was für die Bibel-Cracks sei, wurde ich nach der Predigt prompt eines Besseren belehrt. Gläubige unterschiedlichster Reife wurden — zu meiner Verwunderung (!) — gesegnet und gestärkt. In Wirklichkeit stelle ich immer wieder fest, dass Gottes Wort in Vollmacht gepredigt, Menschen tief berührt und Frucht bringt. Egal, ob Anfänger, Fortgeschrittener oder Profi im Glauben, wirklich jeder kann von diesem Wort ergriffen werden! Dabei spielt der biblischen Themenabschnitt tatsächlich eine untergeordnete Rolle.

Wir Christen (und insbesondere wir Verkündiger) müssen uns immer wieder neu in Erinnerung rufen, dass die gesamte Bibel an die gesamte Gemeinde gerichtet ist und tatsächlich jedem „nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit“ ist (2Tim 3,16). Mit dieser Grundüberzeugung inspirierte schon der Heilige Geist die Schrift, indem er bspw. Paulus konkret in Kolosser 3,18-20 sowohl Frauen, Männer als auch Kinder anreden ließ. Wenn Gottes Geist dies bereits in der Entstehung der Bibel im Sinne hatte, dann sollte es uns nicht wundern, dass es auch eben diesen Effekt hat, wenn wir mithilfe des Geistes Gottes das biblische Wort predigen!

Wenn du also das nächste Mal vor einem vermeintlich „schwierigen“ biblischen Thema stehst, dann überwinde die Sorgen und rufe mit Psalm 119,162 aus: „Ich freue mich über dein Wort wie einer, der große Beute macht.“ Denn du hast das Vorrecht diese Beute unters Volk zu bringen.

Mrz 24, 2018 - Impulse    Kommentare deaktiviert für Brich tief in mich ein

Brich tief in mich ein

Herr Jesus!

Gib mir eine tiefere Kenntnis von dir selbst
als Erlöser, Meister, Herr und König.

Gib mir tiefere Kraft im privaten Gebet,
mehr Süße in deinem Wort,
mehr Halt in deiner Wahrheit.

Gib mir tiefere Heiligkeit im Reden, Denken und Handeln,
und lass mich nicht nach Frömmigkeit suchen, außerhalb von dir.

Pflüge tief in meiner Seele, großer Herr, himmlischer Landwirt,
dass meine Seele ein bebautes Feld sein möge,
und die Wurzeln der Gnade sich weit ausbreiten mögen,
bis du allein in mir zu sehen bist,
und meine Seele der goldenen Schönheit der Sommerernte
und der Fruchtbarkeit des Herbstes gleicht.

Ich habe keinen Meister außer dir,
kein Gesetz außer deinem Willen,
keine Freude außer dir selbst,
keinen Reichtum außer dem, was du gibst,
kein Gut außer dem, womit du segnest,
keinen Frieden außer den, den du schenkst.

Ich bin nichts als das, wozu du mich machst,
ich habe nichts als das, was ich von dir empfange,
ich kann nichts anderes sein als diese Gnade, die mich ziert.

Brich tief in mich ein, lieber Herr,
und erfülle mich dann mit lebendigem Wasser.

Amen.

Angelehnt an ein Gebet aus „The Valley of Vision“.

Mrz 24, 2018 - Impulse    Kommentare deaktiviert für O Gott der Gnade!

O Gott der Gnade!

O Gott der Gnade,
du hast deinem Sohn Jesus meine Sünde zugerechnet
du hast seine Gerechtigkeit meiner Seele angerechnet,
du hast mich mit dem Gewand eines Bräutigams bekleidet
und hast mich mit Juwelen der Heiligkeit geschmückt.

Aber mein christlicher Lebenswandel gleicht dreckigen Lumpen;
meine besten Gebete sind mit Sünde befleckt,
meine bußfertigen Tränen sind nicht frei von Unreinheit,
meine Sündenbekenntnisse sind mangelhaft,
mein Beten zu dir ist mit Selbstsucht getränkt.
Ich habe kein Gewand zu bringen, um meine Sünden zu bedecken,
ich habe keinen Webstuhl, um meine eigene Gerechtigkeit zu weben.
Ich stehe immer wieder in schmutzigen Kleidern da,
doch du bekleidet mich immer wieder neu aus Gnade,
denn du rechtfertigst den Gottlosen.

Ich gehe immer wieder in das ferne Land
und kehre immer wieder als verlorener Sohn heim
und sage immer wieder: Vater, vergib mir!
Und du? Du bringst immer wieder das beste Gewand hervor.

Jeden Morgen lass es mich tragen,
ich will darin die Arbeit des Tages verrichten,
ich will darin jeden Tag verbringen,
ich will darin sterben,
ich will darin vor dem großen weißen Thron stehen,
ich will darin den Himmel betreten, der wie die Sonne scheint.

Gewähre mir, dass ich
die übermäßige Sündhaftigkeit der Sünde,
die unvergleichliche Gerechtigkeit des Heils,
die überragende Herrlichkeit Christi,
die außerordentliche Schönheit der Heiligkeit,
das erstaunliche Wunder der Gnade
nie aus den Augen verliere.

Amen.

Angelehnt an ein Gebet aus „The Valley of Vision“.

Okt 4, 2017 - Impulse    Kommentare deaktiviert für Predigtreihe: Markus

Predigtreihe: Markus

Aktuell predige ich durch das Evangelium von Markus.

Predigten im Überblick

  1. Der unerwartete König
    Markus 1,1-15
  2. Die unerwartete Veränderung
    Markus 1,15-34
  3. Die unerwartete Wiederherstellung
    Markus 1,35-2,17
  4. Die unerwartete Religion
    Markus 2,18-3,6
  5. Die unerwartete Familie
    Markus 3,7-35
  6. Die unerwartete Lehre
    Markus 4,1-25
  7. Das unerwartete Königreich
    Markus 4,26-34
  8. Die unerwartete Kraft
    Markus 4,35-5,20
  9. Das unerwartete Durchhalten 
    Markus 5, 21-43
  10. Die unerwarteten Kosten (1)
    Markus 6,1-30
  11. Die unerwarteten Kosten (2)
    Markus 6,1-30
  12. Die unerwartete Versorgung
    Markus 6,30-44
Okt 1, 2017 - Impulse    Kommentare deaktiviert für Der Rhythmus des christlichen Lebens

Der Rhythmus des christlichen Lebens

Für Christen bedeutet das Leben ein ständiges Kommen und Gehen von Gott zu den Menschen, von den Menschen zu Gott. Es ist wie der Rhythmus des Schlafens und Arbeitens. Wir können nur arbeiten, wenn auch Zeit zum Ausruhen da ist; und wir können nur schlafen, wenn die Arbeit uns müde gemacht hat. Zwei Gefahren bedrohen unser Leben.

Einmal die Gefahr allzu großer, ununterbrochener Aktivität, die niemand auf die Dauer durchzuhalten vermag. Wer arbeitet, muss auch Ruhepausen einlegen, und niemand kann ein christliches Leben führen, wenn er sich keine Zeit für Gott gönnt. Möglicherweise besteht all unser Kummer nur darin, dass wir Gott keine Möglichkeit geben, zu uns zu sprechen, weil wir gar nicht mehr still sein und zuhören können. Wir räumen Gott nicht die Zeit ein, die nötig ist, um uns mit geistlicher Kraft und Stärke zu erfüllen, weil wir keine Zeit haben, auf Gott zu warten. Wie können wir mit der Last des Lebens fertigwerden, wenn wir keinen Kontakt zu dem haben, der der Herr alles guten Lebens ist? Wie können wir Gottes Werk anders als mit Gottes Kraft verrichten? Wie kann uns diese Kraft anders zuteilwerden als dadurch, dass wir in der Stille und Einsamkeit vor Gott danach suchen?

Die andere Gefahr besteht in allzu großer Zurückgezogenheit. Frömmigkeit ist nur dann echte Frömmigkeit, wenn sie sich im Tun auswirkt. Gebete sind nur dann echte Gebete, wenn sie unsere Taten bestimmen. Wir sollten die Gemeinschaft mit Gott niemals suchen, um die Gemeinschaft mit den Menschen zu meiden; wir sollten sie vielmehr suchen, damit wir dadurch für das Miteinander mit den Menschen umso besser geeignet werden. Der Rhythmus des christlichen Lebens besteht darin, dass wir wechselweise Gott in der Stille und die Menschen auf dem Marktplatz des Lebens aufsuchen.

– William Barclay

Sep 29, 2017 - Impulse    1 Kommentar

Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist

Auf die Frage wie wir sicherstellen können, dass wir in einer anhaltenden Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist leben, lehrte C.H. Spurgeon in „The Greatest Fight in the World“:

Zuallerst würde ich sagen: Behandle ihn, wie er behandelt werden sollte. Verehre ihn wie unseren erhabenen Gott und Herrn. Sprich nie vom Heiligen Geist als „eine Sache“; und sprich auch nicht von ihm, als handelt es sich bei ihm um eine Lehre oder einen Einfluss oder einen orthodoxen Mythos. Ehre ihn, liebe ihn und vertraue ihm. Er ist Gott, lass ihn in deinem Leben Gott sein.

Sep 9, 2017 - Impulse    2 Kommentare

Sei Teil der Gemeinde!

„Bist du so in das Leben eines Leibes von Gläubigen eingebaut, dass, wenn du aufhörst zu kommen, Dinge zusammenbrechen würden? Bist du auf solch eine Weise bereits mit Gläubigen verbunden? Voneinander abhängig zu sein bedeutet, dass Entscheidungen gemeinsam getroffen werden, persönliche Kämpfe gekämpft werden, Emotionen, Geld, Häuser, praktische Hilfe geteilt werden. Du teilst einfach alles. Petrus sagt hier, „in dem Maße, in dem du in eine ineinandergreifende wechselseitige Abhängigkeit eingebaut wurdest, […] kommt die Kraft des Heiligen Geistes und die Wirklichkeit Gottes zunehmend in dein Leben.“ […] Du kannst nicht erwarten, dass Gott in deinem Leben arbeitet, wenn du nicht in einen bestimmten Leib von Gläubigen eingebaut bist.“

– Timothy Keller

Aug 24, 2017 - Impulse    2 Kommentare

Wirklich Christ?

Wie erkennt man, ob jemand ein echter Christ ist? An den Früchten! An ihren Früchten, mein lieber Freund. Schau dir dein Leben an. Schau dir an, wie du wandelst. Schau dir an, wie du redest. Schau dir an, wofür dein Herz brennt. Ist Jesus dort irgendwo? Oder ist er nur eine Dekoration, die du zu deinem Leben dazutust? Ist er nur irgendetwas, womit du dich … sonntags beschäftigst? Ist er etwas, was du gerade mal als eines von vielen Elementen deines Lebens akzeptierst? Ist er bloße Dekoration, oder ist er der wirkliche Mittelpunkt deines Lebens?

– Paul Washer

Aug 24, 2017 - Impulse    1 Kommentar

Die Taufe ist …

Johannes Traichel veröffentlicht auf seinem Blog eine tolle Übersicht zum Thema Taufe im Neuen Testament. In fünf Punkten beschreibt er, was die Taufe ist und was sie auch nicht ist.

  1. Die christliche Taufe steht in Verbindung mit der Johannestaufe. So rief Johannes zur Umkehr auf und die ihre Sünden bekannten wurden im Jordan getauft (Mk 1, 5).
  2. Die Taufe ist als eine Immersionstaufe, also durch ein Untertauchen, durchzuführen. Eine Aspersionstaufe, also ein taufen mittels Besprengens, ist auch anzuerkennen, wenn auch nicht als die ursprüngliche Form der Taufe. Eine erneute Taufe ist in diesem Fall nicht notwendig.
  3. Die Taufe und der Glauben sind in ihrer Art und Wirkung zu unterscheiden und zu trennen. Dennoch gehören Glauben und Taufe untrennbar zusammen. So ist allein der Glauben für das Heil des Menschen notwendig (Röm 3, 21ff). Doch verlangt der Glauben nach der, ihm folgenden Taufe. Die Taufe wiederrum ist ohne den Glauben des Menschen nicht möglich.
  4. Der Zeitpunkt der Taufe ist nach der Bekehrung anzusetzen und ist dennoch nicht von diesem Prozess/Ereignis zu trennen.
  5. Da der Glaubende nach seiner Bekehrung getauft wurde, bestand die erste Gemeinde nur aus getauften Christen (Apg 2,41 u.a.). Wie bereits erwähnt, ist es der Bibel fremd, wenn ein Glaubender nicht getauft wird. Eine Gemeindezugehörigkeit von Ungetauften scheint, dem biblischen Schriftbefund entsprechend, nicht vorgesehen zu sein. Somit kann hieraus geschlossen werden, dass eine Mitgliedschaft ungetaufter Gläubiger in heutigen Gemeinden, nicht mit der Praxis der ersten christlichen Gemeinden übereistimmt. Die Frage nach einer Gemeindemitgliedschaft von Ungetauften, hängt des Weiteren mit der Frage ihrer Einfügung in den Leib Christi zusammen. Wird der Gläubige durch die Taufe in den Leib Christi eingefügt, oder geschieht dies durch seine Wiedergeburt? Die paulinische Aussage in 1 Korinther 12, 12 (καὶ γὰρ ἐν ἑνὶ πνεύματι ἡμεῖς πάντες εἰς ἓν σῶμα ἐβαπτίσθημεν) ist hierfür entscheidend. Ich deute diese Stelle als eine Taufe in dem Heiligen Geist (nicht als ein zweites Erlebnis!), indem Christen bei ihrer Geburt aus Wasser und Geist, dem Leib Christi hinzugefügt werden (vgl. auch Apg 1,5).[11] Somit geschieht die Einfügung in den Leib Christi zwar nicht durch die Taufe mit Wasser, wohl aber wird sie in ihr sichtbar. Eine Mitgliedschaft eines (dauerhaft) ungetauften ist, aus oben genannten Gründen, dennoch nicht vorstellbar.

Diese Punkte werden auf seinem Blog noch mit spannenden Unterpunkten ergänzt.
Unbedingt weiterlesen: Thesen zur Taufe

Aug 9, 2017 - Impulse    1 Kommentar

Widersprüchlich

Ich bin ein Haufen voller Widersprüche, ich will es nicht sein, aber es ist wahr.

Ich predige ein Evangelium des Friedens, aber mein Leben ist nicht immer vom Frieden bestimmt.

Ich rede über einen Jesus, der allein die Seele vollkommen befriedigen kann,
dennoch bin ich oft nicht zufrieden.

Ich feiere eine Theologie der Gnade, aber ich reagiere oft ungnädig.

Warum versuche ich die Zügel in der Hand zu halten,
wenn ich doch in Gottes Hand ausruhen könnte?

Sogar in den Momenten, in denen ich denke, gewappnet und vorbereitet zu sein,
mach ich letztendlich doch das, was ich nicht tun wollte.

Ärger, Ungeduld, Neid, Unzufriedenheit, übles Gerede, Zorn, Selbstsucht

sind nicht die Frucht des neuen Lebens,
sind nicht der Weg der Gnade.

Es gibt da dieses Gesetz, das in mir arbeitet.

Selbst wenn ich mit dem Wunsch nach Gutem losziehe, folgt mir das Böse auf Schritt und Tritt.

Es ist dieser Krieg, der in mir wütet,
zwischen dem Verlangen nach dem Guten und der Sünde, die alles andere ist als gut.

Es gibt Zeiten, in denen ich mich wie ein Gefangener fühle,
der gegen seinen Willen festgehalten wird.

Ich habe nicht vorgehabt, im Supermarkt wütend zu werden,
aber dieser Kerl hat mich verrückt gemacht.

Ich habe nicht geplant, unzufrieden zu sein,
aber diese Begegnung war einfach nur unerträglich.

Diese Diskussion sollte nicht zu einem Streit ausarten, aber es geschah wieder einmal.

Ich bin dankbar für Gottes Gnade,
aber es gibt täglich Beweise dafür, dass ich immer noch Hilfe brauche.

Dieser Kampf in mir kann nicht gelöst werden durch
Strategien, Prinzipien, Techniken, Pläne, Vorbereitungen, nützliche Hinweise.

Der Krieg, den ich nicht gewinnen kann, demütigt mich.

Das Verlangen, das ich nicht überwinden kann, betrübt mich.

Ich habe Dinge getan, die ich nicht entschuldigen kann.

Doch nun bin ich gekommen, um das zu bekennen, was ich wirklich brauche: Rettung.

So, erbarme dich über mir, o Gott.
Nach deiner unerschütterlichen Liebe.
Nach deinem großen Mitgefühl.
Lösche meine Übertretungen aus.
Waschen alle meine Schuld weg.
Und reinige mich von meiner Sünde.
Denn ich kenne meine Übertretungen
und meine Sünde ist immer vor mir.

Ich ergreife die Rettung, die nur in dir gefunden werden kann.
Dank sei Gott – durch Jesus Christus, unseren Herrn!

Eine übersetzte und leicht abgewandelte Andacht von Paul Tripp.
Zum Original: „Psalm 51: Romans 7“

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